Matthäus-Passion berührt Zuhörer in St.Joseph-Kirche

STADTLOHN Karfreitag – kein Tag wie jeder andere. In der überfüllten St. Joseph-Kirche erlebten viele hundert Zuhörer die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, die monumentalste Komposition des Musikgenies, die den Leidensweg Jesu und seinen Erlösertod zum Thema hat. Von Susanne Dirking.

Dieses bedeutende Werk der Musikgeschichte möge zur Meditation anregen, betonte Pfarrer Stefan Jürgens in seinen Eingangsworten. Als Eric Kotterink zum Dirigentenpult schritt, hatte er seine Sängerinnen und Sänger der Euregio- Konzertgesellschaft – aufgeteilt in zwei Chöre -, den Kinderchor „Multiple Voices“ aus Enschede, die sechs Solisten, den Organisten Gijs van Schoonhoven und das münstersche Kourion-Orchester in voller Besetzung fest im Blick, als er sehr sicher und mit ruhiger Hand dirigierte. Mit „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“ begannen die Chorsänger. Die großartige Choralkantate „Oh, du Lamm Gottes unschuldig“ sang mit frischen, klaren Stimmen der Kinderchor.

Der erste Teil der dreistündigen Matthäus-Passion führte über das Abendmahl, den Verrat des Judas, das Beten im Garten Gethsemani bis zur Gefangennahme. Mit seiner ausgeprägten Tenorstimme verkündete Christoph Wittmann zwischen den Chorälen und Arien die Evangelien nach Matthäus 26/27.Göttliches offenbartDie Worte Jesu sang mit beeindruckender Bassstimme Johannes Schwärsky. Bach lässt hier zur Orgel die Violinen spielen, die tönend die göttliche Natur offenbaren. Mit vollendeter Ausdruckskraft, größter Perfektion und herrlicher Stimme sang die Altistin Eline Harbers die anspruchsvollen Arien, ebenso die Sopranistin Judith Hoffmann mit ihrer strahlend reinen Stimme, begleitet von Violinen und Flöten. In der Abendmahlszene hielt die Stimme des Jesus Zwiesprache mit dem Evangelisten und der Chor sang mit Orchesterbegleitung den Choral. Am Ölberg übernahm Falco van Loon mit seiner schönen Tenorstimme die Arie „Ich will bei meinem Jesus wachen“, während der Chor diese düstere Szenerie mit Zwischenrufen unterbrach. Bariton Christian Dahm sang in tadelloser Artikulation von der Bereitschaft Jesu den Tod auf sich zu nehmen. Die Gefangennahme Jesu hatte dramatischen Charakter, unterbrochen durch scharf rhythmisierte Zwischenrufe des Chores „Lasst ihn, haltet, bindet nicht“.

Höchste Präzision
Nach einer kurzen Pause behandelte der zweite Teil der Matthäus-Passion die Verhöre von Jesus durch die Hohenpriester, Petri Verleugnung, Jesus vor Pilatus, Jesu Geißelung, Kreuzigung und Grablegung. In lupenreiner Mehrstimmigkeit und mit höchster Präzision besang der Euregiochor diese Geschehnisse, die das münstersche Kourion-Orchester akkurat begleitete. Die wunderbaren Arien am Ende der Szenen trugen dazu bei, das äußere Drama der Passion meditativ nach Innen zu lenken. Nach einer Schweigeminute brandete gewaltiger Jubel auf und die Kirchenbesucher feierten stehend applaudierend den Chor, die Solisten, das Orchester und den Leiter und Dirigenten Eric Kotterink. (Quelle: Münsterland-Zeitung)

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