Stehende Ovationen für „Messa da Requiem“

Am Ende brandete der Beifall in Form stehender Ovationen in der Stadtlohner St.-Otger-Kirche auf – in den gut eineinhalb Stunden zuvor hatten ebenso vielschichtige Klänge das Publikum in den Bann geschlagen.

Es war ein besonderes musikalisches Projekt, das den Zuschauern am Samstagabend geboten wurde. Das galt zum einen wegen der ungewöhnlich großen Zahl der Akteure, die sich dafür zusammengefunden hatten: Rund 260 Chorsängerinnen und -sänger, Musiker und Solisten folgten an diesem Abend dem sicheren Dirigat von Eric Kotterink, der die „Messa da Requiem“ von Guiseppe Verdi mit zügigen Tempi interpretieren ließ. Übrigens hatte der personelle Aufwand auch einen logistischen Tribut gefordert: Bänke mussten abgeschraubt und eigens ein Podest errichtet werden. Der zweite Faktor, der diesen Abend bemerkenswert werden ließ: sein grenzüberschreitender Charakter – hatten sich doch Deutsche und Niederländer für die Verwirklichung zusammengefunden. So stand Kotterink mit den drei ausführenden Chören, dem COV Sursum Corda, dem ECOK Oratoriumkoor und dem Euregio Konzertchor, ein leistungsfähiger Stimmkörper zur Verfügung, um mit dem ausdrucksstarken Orchesterspiel des Orkest van het Oosten aus Enschede ein harmonisches, ausgewogenes Ganzes zu schaffen.

Anrührend
In dieses eindrucksvolle musikalische Gefüge woben sich die vier Solisten des Abend klanglich überzeugend mit ein: Anrührend und mit emotionalem Tiefgang verstanden es Claudia Patacca, Sopra, Annelies Lamm, Mezzosopran, Marten Smeding, Tenor, und Nanco de Vries, Bariton, die existenziellen Dimensionen auszuloten, die dieses Werk aufgreift. Das galt ebenso für die Chöre und das Orchester, sei es bei Passagen, in denen der Schrecken stürmisch und schockierend in das Leben des Menschen tritt, sei es andererseits das leise, nahezu resignative Wehklagen, das angesichts der Endlichkeit des menschlichen Daseins die Seele umfasst. Der Konzertraum tat sein Übriges, um die Intensität der Aufführung noch zu steigern: Er verlieh dem Vortrag ein hohes Maß an akustischer Direktheit – eine Herausforderung, denn noch am Abend zuvor war das Requiem in Enschede unter gänzlich anderen Bedingungen aufgeführt worden.

Nachhaltig
So durften die Zuhörer mit nachhaltigen Erinnerungen an dieses musikalische Erlebnis nach Hause gehen, während die Akteure mit ihrem Dirigenten Eric Kotterink ein überaus positives Fazit ziehen konnten. (Quelle: Münsterland-Zeitung)

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