Euregio-Konzertgesellschaft begeistert in der Stadthalle

STADTLOHN. Einen schwungvollen Start in das neue Jahr bescherte die Euregio-Konzert-Gesellschaft unter Leitung von Eric Kotterink am Sonntagabend in der voll besetzten Stadtlohner Stadthalle. Von Friederike Funk

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Helmut Könning ging es sofort turbulent mit der Ouvertüre aus Rossinis „La Gazza Ladra – Die diebische Elster“ los. Ein Bauernmädchen wird zum Tode verurteilt, weil es angeblich silbernes Besteck gestohlen hat. In letzter Sekunde wird der wahre Dieb entdeckt: eine Elster. Auf einen Trommelwirbel folgten sehr eingängige und spritzige Motive, die gleich die volle Aufmerksamkeit des Publikums genossen.

Freudige Stimmung
Die freudige Stimmung auf einem Dorffest wurde besonders deutlich in „Oh che giorno fortunato! – Welcher Tag all hohen Glückes“. Die holländische Sopranistin Claudia Patacca, Professorin an der Musikhochschule in Enschede, sang mit ausdrucksstarker Stimme. Durch Auszüge aus Verdis „Nabucco“ wurden die Zuhörer danach in biblische Zeiten versetzt. In dem Wechselspiel von Historie und Fantasie geht es um Liebe, Machtgelüste und Größenwahn. Erregt warfen sich Patacca als Sklaventochter und der holländische Bariton Nanco de Vries als Nabucco in „Donna chi sei? – Wer bist Du?“ gegenseitig Bosheiten an den Kopf. Sehnsüchtig nach Freiheit strebend setzte schließlich der Gefangenenchor ein und sang „Va pensiero sull’ale dorate – Schweb‘ hin, Gedanke du, auf gold’nem Flügel“.

In der zweiten Hälfte des Konzerts zogen die Musiker mit Verdis „La Traviata“ das Publikum in ihren Bann. Wie Moderator Bernd Sikora bemerkte, zieht sich der Husten der kranken Titelfigur und Edelprostituierten Violetta durch die Partitur. Klangvoll gab Sopranistin Patacca deren Verehrung zu dem Geliebten zu erkennen.

Chor der Zigeunerinnen
Beim Chor der Zigeunerinnen mit glücklichen Gesichtern und schillernden Sopranstimmen ging es danach wieder lustig zu. Voller Inbrunst ertönten noch einmal die kräftigen Männerstimmen im Chor der Stierfechter, bevor der traurige Abschied Violettas anstand. So durfte das Publikum nicht aus einem Neujahrskonzert entlassen werden. Deshalb sorgte nach tosendem Beifall noch einmal das Trinklied „Libiamo ne’lieti calici – Nun trinket aus vollem Pokale“ für Stimmung. Begeistert klatschte das Publikum mit, als die drei Solisten de Vries (Bass), Patacca und Ziegler (beide Sopran) mit Sekt auf das neue Jahr anstießen. Als krönenden Abschluss gab es noch den Radetzky-Marsch. (Quelle: Münsterland-Zeitung)

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Neujahrskonzert 2011: „Gala Italia“ am 08.und 09.01.2011

Die Neujahrskonzerte wurden am Samstag, dem 08. Januar 2011 in Ahaus und am Sonntag, dem 09.Januar 2011, in Stadtlohn mit Werken von Gioachino Rossini („Die diebische Elster“) und Guiseppe Verdi („Nabucco“) aufgeführt. Besonders erfreulich war, dass neben den Solisten Claudia Patacca und Nanco de Vries auch Evelyn Ziegler aus Ahaus zu hören war. Durch das Programm führte Bernd Sikora.

25.Neujahr nach Noten

AHAUS/STADTLOHN Musikalischer Start ins Jahr 2008 und gleichzeitig ein Jubiläum: Das Neujahrskonzert der Euregio-Konzertgesell-schaft am Samstag in Ahaus und gestern in Stadtlohn war ein ganz besonderes. Es war das 25. Von Bernd Sikora.

Und zu diesem Anlass gab es – moderiert vom Initiator und dem ehemaligen musikalischen Leiter der Reihe, Dr. Claus Urban – fast identisch das Programm des ersten Konzertes von 1984, jetzt unter der Gesamtleitung von Eric Kotterink. Sofort kam Jubiläums-Stimmung auf mit Mozarts festlicher und agiler Ouvertüre zur „Hochzeit des Figaro“. Weiter ging’s mit Mozart und seiner Register-Arie aus „Don Giovanni“, in kräftig schönem Bass mit deutschem Text und halb szenisch vorgetragen von Johannes Schwärsky. Da folgte der Chor der Euregio-Konzertge-sellschaft gerne auch ins Reich der Oper mit zwei schmissig-präzise gestalteten Chören aus Verdis „Troubadour“. Dann Johann Strauß mit seiner herrlichen „Tritsch-Tratsch-Polka“ (später auch noch die „Annenpolka“) und dem großen Walzer „An der schönen blauen Donau“ – unter Eric Kotterink wohlig langsam, effekt- und liebevoll gespielt von der Kammerphilharmonie Dortmund.

Die Moderation, genial kontrapunktisch, behandelte zwischendurch musikalische Dauerberieselung, Gefahren des Dirigierens, Neujahrskonzerte allgemein, Westfalen speziell und andere tiefsinnige Themen – humorig, „con spirito“, geschliffen und unverwechselbar Claus Urban. Nach der Pause ging’s weiter mit Johann Strauß und seiner „Fledermaus“; nach der Ouvertüre glänzte der Chor noch einmal in zwei Szenen voller Sangesfreude. Neben seinem Oratorien-Repertoire ist er immer wieder hörbar freudig auch mit Bühnenmusik dabei, wie zuletzt die Auszüge aus Lortzings „Zar und Zimmermann“ bewiesen, in denen alle Mitwirkenden zu einem prächtigen Finale zusammenfanden. Begeisterter Schlussapplaus in beiden Stadthallen, natürlich zwei Zugaben – und auf die nächsten (mindestens) 25 Jahre Neujahrskonzerte. (Quelle: Münsterland-Zeitung)